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Amazon Ring und Alexa: Millionenstrafe wegen Verletzung der Privatsphäre

Zuletzt aktualisiert am 2. Juni 2023 von Marina Meier

In einer kürzlich von der Federal Trade Commission (FTC) angekündigten Einigung hat sich Amazon aufgrund von Datenschutzverletzungen bereit erklärt, Strafen in Höhe von insgesamt 30,8 Millionen Dollar zu zahlen. Dies betrifft Amazon Ring und den Alexa-Dienst des Unternehmens, berichtet Reuters.

Amazon Ring: Beschwerden über Datenschutzverletzungen

Nach Angaben der FTC spionierte ein ehemaliger Mitarbeiter von Amazon Ring über Monate hinweg weibliche Kunden aus, indem er Kameras in Schlafzimmern und Badezimmern platzierte. Dieser Vorfall ereignete sich im Jahr 2017 und führte zu einer Strafe von 5,8 Millionen Dollar.

Zudem berichtete die FTC, dass Ring-Mitarbeitern uneingeschränkter Zugang zu sensiblen Videoinformationen der Kunden gewährt wurde. In einem Fall spionierte ein Mitarbeiter die Videos von mindestens 81 weiblichen Kunden und Ring-Mitarbeitern aus, die die Ring-Produkte nutzten. Die Spionage ging monatelang unbemerkt weiter.

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In weiteren Fällen gab ein Mitarbeiter Informationen über die Aufzeichnungen eines Kunden an dessen Ex-Ehemann weiter und ein anderer Mitarbeiter wurde dabei ertappt, wie er Ring-Geräte an Personen weitergab und anschließend ihre Videos ohne deren Wissen ansah.

Verstöße gegen die Privatsphäre von Kindern durch Alexa

Amazon hat sich ebenfalls bereit erklärt, 25 Millionen Dollar zu zahlen, um Vorwürfe beizulegen, dass das Unternehmen die Privatsphärenrechte von Kindern verletzt hat. Laut Gerichtsakten soll Amazon Anfragen von Eltern, Alexa-Aufzeichnungen zu löschen, nicht nachgekommen sein und diese länger als notwendig aufbewahrt haben.

Laut FTC hat das rechtswidrige Aufbewahren von Sprachaufzeichnungen Amazon dabei geholfen, den Alexa-Algorithmus auf das Verstehen von Kindern zu trainieren, was dem Unternehmen Vorteile verschafft hat – allerdings auf Kosten der Privatsphäre der Kinder.

Amazons Reaktion auf die Vorwürfe

Trotz der Einigung betonte Amazon in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen mit den Vorwürfen der FTC in Bezug auf Alexa und Ring nicht übereinstimmt und eine Verletzung des Gesetzes bestreitet. Das Unternehmen versprach jedoch, Änderungen an seinen Praktiken vorzunehmen.

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Seit Februar 2019 hat Ring seine Richtlinien geändert, sodass die meisten Ring-Mitarbeiter oder Vertragspartner nur mit Zustimmung des Kunden auf private Videos zugreifen können. Als Teil der FTC-Vereinbarung, die nach 20 Jahren ausläuft, ist Ring verpflichtet, Kunden mitzuteilen, wie viel Zugriff das Unternehmen und seine Auftragnehmer auf ihre Daten haben.

Die FTC-Beauftragte Alvaro Bedoya betonte, dass die Einigungen ein deutliches Signal an Technologieunternehmen senden sollten, dass das Bedürfnis nach Datenerhebung kein Vorwand sei, um das Gesetz zu brechen.

Die verhängten Strafen machen nur einen kleinen Bruchteil des ersten Quartalsgewinns von Amazon in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar aus. Es bleibt abzuwarten, ob diese Strafen ausreichen, um große Technologieunternehmen zu nachhaltigeren Datenschutzpraktiken zu bewegen.

Statement von Amazon

Amazon hat uns als Reaktion auf unsere Berichterstattung folgendes Statement zukommen lassen, welches wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

„Wir bei Amazon nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Kund:innen und deren Familien sehr ernst. Unsere Geräte und Services sind darauf ausgelegt, die Privatsphäre unserer Kund:innen zu schützen und ihnen die volle Kontrolle über ihre Aktivitäten zu geben. Auch wenn wir die Behauptungen der FTC in Bezug auf Alexa und Ring nicht teilen und einen Verstoß gegen das Gesetz abstreiten, haben wir mit diesen Vergleichen die Angelegenheiten abgeschlossen. 

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Wir haben Alexa mit strengen Datenschutzbestimmungen und Kundenkontrollen ausgestattet, Amazon Kids so entwickelt, dass es COPPA-konform ist, und mit der FTC zusammengearbeitet, bevor wir Amazon Kids auf Alexa ausgeweitet haben. Als Teil der Einigung haben wir zugestimmt, eine kleine Anpassung an unseren bereits strengen Richtlinien vorzunehmen und werden Kinderprofile entfernen, die seit mehr als 18 Monaten inaktiv sind – es sei denn, ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter entscheidet sich dafür, sie zu behalten.

Ring hat sich bereits vor Jahren, lange bevor die FTC mit ihrer Untersuchung begann, mit den betreffenden Fragestellungen befasst. Unser Fokus war und ist es, Produkte und Services bereitzustellen, die unsere Kund:innen begeistern, und gleichzeitig unsere Verpflichtung zum Schutz ihrer Privatsphäre und Sicherheit einzuhalten.”

Das vollständige Statement finde Sie hier (englisch).

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Marina Meier

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