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Messengerdienst Signal erhöht Privatsphäre: Usernames statt Handynummern

Zuletzt aktualisiert am 9. November 2023 von Luca Koch

Die Welt der verschlüsselten Kommunikation erfährt einen wesentlichen Fortschritt. Der beliebte Messaging-Dienst Signal hat angekündigt, dass er aktuell die Einführung von Benutzernamen testet, die eine privatere Alternative zum Austausch von Kontaktdaten bieten sollen.

Ein neues Zeitalter der Privatsphäre beginnt

Signal, bekannt für seine strengen Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprotokolle, hat sich bisher auf Telefonnummern als Grundlage für die Anmeldung und Kontaktaufnahme verlassen. Diese Methode hat jedoch ihre Tücken: Telefonnummern sind sensible Daten, die nicht nur die Privatsphäre der Nutzer gefährden, sondern auch ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellen. Einem Signal-Kontakt die eigene Nummer zu geben, bedeutet, dass dieser sie über das ungeschützte Mobilfunknetz verwenden oder an Dritte weitergeben könnte.

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Benutzernamen als Gamechanger

Die Einführung von Benutzernamen ist eine Reaktion auf diese Problematik und ein Schritt, den die Signal Foundation bereits seit 2019 in Betracht zieht. Meredith Whittaker, Präsidentin der Signal Foundation, erläuterte in einem Interview mit dem Time-Magazin, dass Benutzernamen es ermöglichen werden, Signal zu nutzen, ohne die Telefonnummer preiszugeben. “Mit einem Benutzernamen kann man jemandem seine Signal-Identität geben, ohne die eigene Telefonnummer zu teilen”, so Whittaker.

Technische Herausforderungen und Lösungen

Die Implementierung der Benutzernamen stellt für Signal eine bedeutende technische Herausforderung dar, die eine grundlegende Überarbeitung der Architektur der App erforderte. Die neue Funktion wird für Android, iOS und Desktop-Benutzer verfügbar sein und Benutzernamen mit einer Reihe von Ziffern verknüpfen, die nicht öffentlich im Profil angezeigt werden. Laut Signal wird es auch möglich sein, die Entdeckung über die Telefonnummer zu deaktivieren, sodass der Benutzername zum primären Kontaktmittel wird.

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Ein Blick in die Zukunft

Die Vorfreude auf die neue Funktion ist groß, doch Nutzer müssen sich bis 2024 gedulden. Die aktuelle Testphase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Benutzernamen-Funktion die hohen Datenschutzstandards von Signal erfüllt und gleichzeitig ein nahtloses Nutzererlebnis bietet. Signal weist darauf hin, dass im derzeitigen Beta-Test mit “Staging” noch Einschränkungen bestehen, wie zum Beispiel bei Push-Benachrichtigungen.

Mit dieser innovativen Änderung könnte Signal eine neue Welle der Privatsphäre in der digitalen Kommunikation auslösen. Während andere Dienste wie WhatsApp und Telegram weiterhin hauptsächlich auf Telefonnummern setzen, könnte Signal mit seinem neuen Ansatz den Standard setzen und andere zu einem Umdenken bewegen. Der Schutz der Privatsphäre ist ein immer wichtiger werdendes Thema, und Signal positioniert sich an der Spitze dieser Bewegung. Benutzer auf der ganzen Welt warten nun gespannt auf die endgültige Veröffentlichung dieser Funktion, die eine sichere und private Kommunikation verspricht, ohne dass persönliche Telefonnummern ins Spiel kommen müssen.

Autor

  • Luca Koch

    Luca Koch ist als Redakteur für das Magazin Elektronik Informationen tätig und hat sich auf das Thema Künstliche Intelligenz spezialisiert, schreibt jedoch auch über andere Technik-Themen.

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Luca Koch

Luca Koch ist als Redakteur für das Magazin Elektronik Informationen tätig und hat sich auf das Thema Künstliche Intelligenz spezialisiert, schreibt jedoch auch über andere Technik-Themen.