Gaming

Überraschende Wende: SEGA legt neue Gaming-Projekte auf Eis

Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2023 von Marina Meier

Vor rund anderthalb Jahren schienen die Führungskräfte von SEGA eher zögerlich, sich dem NFT- und Blockchain-Hype anzuschließen. Sie äußerten Bedenken, dass das Vorhaben als einfache Geldmacherei wahrgenommen werden könnte. Hier ein Zitat aus einer Q&A-Runde mit Investoren Anfang 2022:

Bei NFTs würden wir gerne verschiedene Experimente durchführen und wir haben bereits viele unterschiedliche Studien und Überlegungen angestoßen. Allerdings ist bislang nichts in Bezug auf P2E entschieden. Es gab viele Ankündigungen dazu, auch im Ausland, doch es gibt auch User, die negativ darauf reagieren. Wir müssen viele Dinge sorgfältig abwägen, zum Beispiel wie wir negative Elemente abmildern können, inwieweit wir dies innerhalb der japanischen Gesetzgebung einführen können, was von den Nutzern akzeptiert wird und was nicht. Dann werden wir das weiter in Betracht ziehen, wenn es zu unserer Mission “Ständig kreieren, immer faszinieren” führt. Wenn es jedoch als einfache Geldmacherei wahrgenommen wird, würde ich mich dafür entscheiden, nicht weiter zu machen.

Wendung Richtung Blockchain und NFTs

Nur drei Monate später schien SEGA jedoch viel positiver über das Potenzial von Blockchain und NFTs im Gaming zu denken. Sie meldeten ein Markenzeichen/Logo für NFTs in Japan an und Produzent Masayoshi Kikuchi (Yakuza, Binary Domain) sagte in einem Interview:

Das Gaming hat sich durch die Verknüpfung verschiedener Kulturen und Technologien ständig weiterentwickelt. Beispiele dafür sind Social Networking und das Anschauen von Spiele-Videos. Es ist eine natürliche Erweiterung für die Zukunft des Gamings, dass es neue Bereiche wie Cloud-Gaming und NFTs einbeziehen wird. Aus dieser Perspektive entwickeln wir auch SuperGame – wie weit verschiedene Spiele miteinander verbunden werden können.

Rückkehr zur Skepsis

In einer weiteren Wendung der Ereignisse scheint SEGA jedoch größtenteils von diesem Vorhaben zurückgetreten zu sein. Im Gespräch mit Bloomberg enthüllte der stellvertretende Geschäftsführer Shuji Utsumi nun, dass die größten Franchise-Unternehmen und Projekte keine NFTs oder P2E-Funktionen beinhalten werden. Utsumi-san sagte:

Die Aktionen in Play-to-Earn-Spielen sind langweilig. Was bringt es, wenn die Spiele keinen Spaß machen? Wir prüfen, ob diese Technologie wirklich in dieser Branche Fuß fassen wird.

Tatsächlich sprechen sich Spieler weiterhin vehement gegen jegliche Einführung von Blockchain-Elementen in Kernspiel-Erfahrungen aus. Die breitere Krypto-Industrie hat sich ebenfalls zurückgebildet. Dennoch wird SEGA weiterhin in NFT/P2E-Projekte auf Basis einiger seiner kleineren Franchises investieren. Shuji Utsumi schloss auch nicht völlig aus, dass die Blockchain-Technologie letztendlich zur Reife kommen wird.

Für die Mehrheit der Menschen in der Videospielbranche mögen die Aussagen der Blockchain-Befürworter ein wenig extrem klingen, aber das war schon immer der erste Pinguin. Wir sollten sie nie unterschätzen.

 

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Marina Meier

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